Im Durchdienerzug

Nachdem wir schon letzten Freitag im Forte Airolo eingezogen sind, haben wir bald schon selbst festgestellt, wie sehr Museum diese alte Festung ist. Oder besser gesagt: wie wir selbst Teil des Museums sind.

Das Militär ist wie Kader Loth in einer Literatursendung: Man kann beides nicht für ganz voll nehmen. Woche Nummer 19 im Arbeitslosenbeschäftigungscamp ist geschafft. Nachdem wir schon letzten Freitag im Forte Airolo eingezogen sind, haben wir bald schon selbst festgestellt, wie sehr Museum diese alte Festung ist. Oder besser gesagt: wie wir selbst Teil des Museums sind. Die Besucher können nämlich direkt vom Ausstellungsbereich in unseren Kasernengang gucken, als gehörten wir dazu, so quasi als Animatronics. Das Fassen des Materials (Kampfrucksack, Pellerine,…) verlief wie immer, wir durften aber in Monte Ceneri wie mit Superpunkten für sechs Credits Klamotten einkaufen. Ich nahm sechs T-Shirts, zwei Gnägis und – weil es ja auf den Winter zu geht (und es in Airolo sowieso auch jetzt zum Teil arschkalt ist) – eine lange Unterhose. Jetzt habe ich irgendwie ein paar T-Shirts zu viel, aber die kann man ja auch mal verschenken oder so.

Der Zug gefällt mir noch ganz gut. Wir haben es lustig zusammen und an alle, die noch immer am Vorurteil festhängen, Romands seien im Militär faule Säcke: Das stimmt nicht! Zumindest nicht bei denen, die wir im Zug haben (und die kein Kader sind). Das Forte Airolo liegt ein wenig unterhalb der Kaserne Bedrina, was unseren Zugführer auf die Idee gebracht hat, jeden Morgen den Berg hinauf zum Frühstück zu rennen. Dort guckten uns die Rekruten dann immer ganz schüchtern an und machten uns eine Gefechtsmeldung, die von uns meist nicht (oder bloss mit einem “ja, merci”) erwidert wird. *rotwerd*

Viel haben wir sonst eigentlich gar nicht gemacht in dieser Woche, aber das haben erste Wochen im Militär so an sich. Wir hatten wieder eine MSE II gefasst und diesmal zusätzlich zwei San Piranhas inkl. zwei Panzerfahrer. Das beste dieser Woche war, dass wir nun die folgende Woche Urlaub haben. Und deshalb verabschiede ich mich jetzt auch schon. Denn noch 167 Tage im Militär sind schwer.

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